Wellen mit Gischt

Met und Wasser

Ohne Wasser kein Met. Das gilt gleich doppelt:
 Wasser ist ein wichtiger Teil des Rezepts, und es spielt in der gesamten Herstellung eine Rolle, von der Reinigung bis zur Rohstoffgewinnung.

Gleichzeitig wird Wasser in vielen Regionen knapper. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen, wie viel Wasser in einem Getränk steckt und wo es eigentlich verbraucht wird.


Wasser im Met selbst

Met besteht im Kern aus drei Zutaten: Honig, Wasser und Hefe.

  • Das Wasser im Rezept bestimmt unter anderem Alkoholgehalt, Dichte und Mundgefühl.
  • Die Wasserqualität hat Einfluss auf Stabilität und Geschmack.
  • Im fertigen Met ist Wasser der mit Abstand größte Anteil im Glas.

Das ist die einfache Seite der Geschichte. Spannender wird es beim Wasserfußabdruck, also bei der Frage, wie viel Wasser indirekt in die Herstellung des Getränks geflossen ist.


Wasserfußabdruck: Met, Bier und Wein im Vergleich

Beim Wasserfußabdruck denkt man schnell zuerst an die Brauerei oder Kellerei. Der größte Teil steckt aber meist schon in der Landwirtschaft.

  • Für Bier werden Gerste oder andere Getreide angebaut, oft mit Bewässerung. Studien zeigen, dass die gesamte Wassermenge, die im Hintergrund für 1 Liter Bier eingesetzt wird, im Schnitt bei deutlich über 100 Litern liegt, je nach Region auch deutlich darüber.
  • Für Wein sind es die Weinberge. Pro Liter Wein kommen im globalen Durchschnitt mehrere hundert Liter Wasser zusammen, vor allem durch Regen- und Bewässerungswasser für die Trauben. 

Bei Met sieht die Rechnung anders aus:

  • Bienen sammeln Nektar aus der Landschaft. Für den Honig selbst werden keine Felder bewässert, keine Monokulturen extra angelegt und keine Pflanzen speziell für "Met-Rohstoff" gepflanzt.
  • Der Wasserbedarf in der Imkerei ist deutlich geringer als beim großflächigen Anbau von Getreide oder Weintrauben.

Wie groß der Unterschied genau ist, hängt von vielen Faktoren ab. Sicher ist aber:
 Honig als Hauptrohstoff kommt mit einem sehr kleinen landwirtschaftlichen Wasserbedarf aus, verglichen mit vielen anderen Alkoholgrundstoffen.


Wo bei Met trotzdem Wasser verbraucht wird

Auch bei Met gibt es ein paar klare Wasserverbraucher:

  • Wasser im Rezept selbst
  • Reinigung von Gärbehältern, Schläuchen, Filtern und Füllanlage
  • Etikettierung, Flaschenspülung und allgemeine Betriebshygiene

In einer sauberen Produktion ist Hygiene nicht verhandelbar. Es geht also nicht darum, möglichst wenig zu reinigen, sondern darum, dabei sinnvoll mit Wasser umzugehen.


Wie man beim Met brauen Wasser sparen kann

Egal ob du Met zuhause ansetzt oder professionell arbeitest: Mit ein paar einfachen Entscheidungen lässt sich der Wasserverbrauch spürbar senken, ohne an Qualität zu sparen.

  • Gäransatz nicht unnötig kochen
     Viele Metrezepte sehen kein Kochen vor. Das spart Wasser für Kühlung und Energie. Wenn trotzdem erhitzt wird, sollte der Nutzen klar sein.
  • Rohstoffe bewusst wählen
     Honig aus Regionen und von Imkern, die ohne künstliche Bewässerung arbeiten, ist in der Regel ressourcenschonender als Rohstoffe aus intensiver Bewässerungslandwirtschaft.
  • Reinigung planen statt "Dauerdusche"
     Gründliche Einweichphasen und gezielte Reinigung sind oft effizienter, als ständig frisches Wasser laufen zu lassen. Reinigungs- und Desinfektionsmittel so dosieren, wie es der Hersteller vorgibt, nicht "auf Verdacht doppelt".
  • Leitungen und Behälter gut vorbereiten
     Wer beim Umfüllen sauber arbeitet, hat weniger Verluste und weniger Reinigungsaufwand. Jeder Liter, der nicht verkleckert oder als Trub im Kanal landet, musste vorher auch nicht erzeugt werden.


Und was heißt das für dich als Mettrinker?

Perfekt nachhaltiges Trinken gibt es nicht. Aber es gibt Unterschiede.

Met hat ein paar natürliche Vorteile:

  • kein großflächiger Anbau von Getreide oder Weintrauben nur für das Getränk
  • Honig als Rohstoff, der ohne Bewässerungsfelder auskommt
  • vergleichsweise einfache Produktion, oft ohne energieintensive Kochprozesse

Dazu kommt: Viele Metbetriebe arbeiten klein, regional und im direkten Kontakt mit Imkern. Das ist kein Freifahrtschein, aber ein guter Ansatz, um mit Ressourcen sorgsam umzugehen.

Am Ende entscheidet immer die Summe der Faktoren. Wenn du ein Getränk suchst, das handwerklich entsteht, aus Honig statt aus großen Monokulturen, ist Met eine interessante Option. Wasser spart man damit nicht allein, aber man verschiebt den Verbrauch weg von intensiv bewässerten Feldern hin zu einem Rohstoff, der mit Regen und Blütenvielfalt auskommt.